Klimatipp des Monats

Klimawandel ist ein globales Thema und betrifft jeden Einzelnen. Nur gemeinsam können wir dem Klimawandel effektiv entgegenwirken. Ein großes Umdenken ist nötig, der Gedanke an das unbegrenzte Wachstum sollte dem Gedanken des nachhaltigen Miteinanders weichen.

Um dem Klimawandel vor Ort entgegenzusteuern, wurde für die Gemeinde Wadersloh ein integriertes Klimaschutzkonzept erstellt und vom Rat beschlossen. Erste Maßnahmen hieraus werden nun angegangen und umgesetzt. Hierzu gehört auch die Einführung des „Klimatipps des Monats“. Mit dieser Informationsserie steht eine Möglichkeit zur Unterstützung, Wissensvermittlung und Sensibilisierung zur Verfügung. Jeden Monat werden zu verschiedenen Themengebiet Informationen zusammengestellt. Der „Klimatipp des Monats“ weist eventuell auf Dinge hin, die schon bekannt sind, aber thematisiert auch Dinge, an die vielleicht noch nicht gedacht wurde.

Mit Hilfe des  CO2 Rechners des Umweltbundesamtes können Sie Ihren eigenen CO2-Fußabdruck ermitteln, was einen guten Eindruck aufgibt, wo man selbst auf dem Weg zu einem klimaneutralen Lebensstil steht.

Klimatipp im Mai

Eine Schmetterlingsspirale ist nur ein Beispiel, um unsere Gärten für die Vielfalt der Falterarten wieder attraktiver zu machen und die Biodiversität zu fördern.

Was braucht die Raupe, damit sie ein Falter wird?

Über Raupen-Futterpflanzen und Nektarpflanzen für Schmetterlinge

 

Vor 40 Jahren waren Schmetterlinge fast überall zu beobachten. Heute sind sie selten geworden. Nur noch ein Drittel der in Nordrhein-Westfalen heimischen Falterarten gilt nicht als vom Aussterben gefährdet. Warum geht so viel ihres Lebensraumes verloren? 

Werfen wir einen Blick in unsere Gärten! Sie werden in erster Linie nach optischem Wert bepflanzt. Viele Pflanzen und Bäume, die nicht heimisch sind, haben für die heimische Fauna allerdings kaum einen Nährwert. Das Wissen, welche Pflanzengemeinschaften für welche Falter und Insekten erforderlich sind, ist so gut wie nicht vorhanden. Und im aufgeräumten, laubgesaugtem Garten fehlt schlichtweg der Unterschlupf.

Nehmen wir als Beispiel den Zitronenfalter. Er ist der erste, der uns im zeitigen Frühjahr über den Weg flattert: Die Männchen leuchtend zitronengelb, die Weibchen weißlich-grün. Sie haben überwintert, indem sie sich an Zweigen festgehalten oder in der Laubstreu versteckt haben und in Winterstarre verfallen. Dank eines „Frostschutzmittels“ in ihren Adern halten sie Temperaturen bis -20°C aus. 

Mattgrün sind die Raupen, die von Mai bis Juni leben und in erster Linie eines tun: fressen! Sie brauchen Futterpflanzen, die sie auch ungestört futtern dürfen. Das heißt: zuerst einmal müsste man sie am Leben lassen, wenn sie sich Teile ihrer Futterpflanze einverleiben. 

Die Raupen des Zitronenfalters sind auf Kreuzdorngewächse spezialisiert. Ihre bevorzugte Futterpflanze ist der Faulbaum (Rhamnus frangula). Er wächst als Großstrauch (2,5-5 m Höhe und 2-3 m Breite) oder Kleinbaum (bis zu 6-7 Meter hoch) und bevorzugt feuchte, saure Böden. Insgesamt sind es sogar 30 verschiedene Schmetterlinge, die vom Faulbaum leben. Der verträgt es durchaus, wenn ihm zahlreiche seiner Blättchen abgeraspelt werden.

Über viele Wochen ab Ende Mai bis Ende August bildet er ständig neue Blüten und hat damit die längste Blütezeit aller heimischen Gehölze. Damit ist er gleichzeitig eine lange zuverlässige Bienenweide. Aus den Blüten entwickeln sich kleine Beeren - von grün über rot nach schwarz. Diese wiederum dienen 36 Vogelarten über den Winter als Nahrungsquelle.

Möchte man sich einen Faulbaum in den Garten pflanzen, sollte auch ein geeigneter feucht-saurer Standort vorhanden sein. Ist das nicht der Fall, bietet sich als Alternative der heimische Kreuzdorn oder Wegedorn (Rhamnus cathartica) an, der auch an trockenen Standorten zurechtkommt und in sonnigen bis halbschattigen Lagen wächst. Er eignet sich gut als Heckenpflanzung und zur Unterpflanzung. Dem Zitronenfalter und 11 weiteren Falterarten dient auch er als Nahrungsquelle und ist dank seiner Dornen außerdem ein wertvolles Vogelschutzgehölz.

Hat sich die Raupe verpuppt und ist aus der Puppe der Schmetterling geschlüpft, benötigt dieser nun vor allem „Nektar“ zum Trinken. Zitronenfalter bevorzugen zum Beispiel Disteln. 

Eine schöne Idee ist der Bau einer Schmetterlingsspirale, die wie eine Kräuterspirale angelegt wird und in die stattdessen Wildblumen eingesät werden. Im Rathaus Wadersloh liegen Samentütchen vom Kreis Warendorf mit der Warendorfer Mischung zur kostenlosen Mitnahme aus. Sie lässt sich bis Mitte Mai aussäen. Auf Flächen, auf denen sie eingesät wurde, ließen sich nach einiger Zeit bis zu 12 Schmetterlingsarten und 27 Wildbienenarten nachweisen. 

Auf den Internetseiten des Naturschutzbundes (nrw.nabu.de) finden sich viele weitere Informationen und Ideen, wie sich auch Futterpflanzen für die Raupen bei der Bepflanzung berücksichtigen lassen - Stichwort „Schmetterlingsschnecke“. Und wenn es wieder auf Herbst und Winter zugeht, denken sie unbedingt an die Verstecke: lassen Sie Blütenstängel-Inseln stehen und eine Laubstreuschicht auf den Beeten liegen!