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Name:2015/M/1175/2  
Art:Beschlussvorlage  
Datum:30.04.2015  
Betreff:Benennung von Straßennamen
Baugebiet "Kirchhusen" in Liesborn
DokumenttypBezeichnungAktionen
Dokument anzeigen: Beschlussvorlage Dateigrösse: 95 KB Beschlussvorlage 95 KB
Dokument anzeigen: HeimatvereinLiesborn-Straßenbenennung12.4.15 Dateigrösse: 4 MB HeimatvereinLiesborn-Straßenbenennung12.4.15 4 MB

Die Benennung von Straßen im Baugebiet „Kirchhusen“ wird in der Sitzung erarbeitet.


Zur Benennung der Straße im Baugebiet „Kirchhusen“ in Liesborn wurde mit Beschluss des Hauptausschusses vom 25.03.2015 festgelegt, dass die Heimatvereine weiterhin an Straßenbenennungen zu beteiligen sind und der Rat der Gemeinde Wadersloh anschließend die endgültige Entscheidung trifft.

 

Mit Schreiben vom 12.04.2015 (sh. Anlage) teilt der Heimatverein Liesborn e.V. mit, dass er sich mit der Benennung „Kirchhusen“ als Straßenname durchaus einverstanden erklärt. Er gibt jedoch zu bedenken, dass diese historische Flurbezeichnung keine Erwähnung in dem Buch „Flurnamen der Gemeinde Wadersloh“ erfährt.

 

Da der Heimatverein Liesborn e.V. immer auch nach Alleinstellungsmerkmalen mit ortsgeschichtlichen Bezügen innerhalb der Gemeinde suche, werde ein zweiter Vorschlag unterbreitet. Es wird vorgeschlagen, dem Baugebiet Kirchhusen den Straßennamen „Äbtissin-Oderadis-Straße“ zu geben.

 

Der Heimatverein Liesborn begründet seinen zweiten Vorschlag damit, dass etliche Straßen nach Liesborner Äbten und Mönchen, die für dominante Bauwerke in Liesborn bzw. besonderer Werke stehen, benannt wurden und somit auch die Äbtissin Oderadis angesichts des Baus des Kirchturmes zu würdigen sei.

 

Folgender geschichtlicher Hintergrund zur Äbtissin Oderadis wird mitgeteilt:

 

Oderadis war die zwölfte Äbtissin in der rd. dreihundertjährigen Geschichte des damaligen Damenstiftes zu Liesborn. Sie ließ um 1100 den heutigen Kirchturm über dem Grab der hl. Roswindis errichten. Außerdem ließ sie die Turmkapelle als eigenständige Kirche ausstatten.

 

Dieser seit über 900 Jahren baulich nahezu unveränderte Turm gehört zu den ältesten Bauwerken in Westfalen überhaupt und ist das Wahrzeichen des Ortes.

 

Der Altar der Turmkapelle war von Anfang an dem hl. Severin sowie der Muttergottes geweiht. Über Jahrhunderte war diese Kapelle mit eigenständigen Stipendien ausgestattet, die für den Unterhalt des zuständigen Mönches und der Kapelle zu sorgen hatten. Es fanden hier im Jahreslauf besondere Gottesdienste statt. Mit der Aufhebung der Abtei wurde die Kapelle profanisiert. Gleichwohl erhebt sich der weithin sichtbare und mächtige Turm seit über 900 Jahren über Liesborn und wird es sicher in den nächsten 900 Jahren auch noch tun.

 

Der Heimatverein Liesborn sieht angesichts der Bedeutung dieses historischen Bauwerkes die Erbauerin, die Äbtissin Oderadis, in einer Reihe mit Heinrich von Cleve und Gregor Waltmann.

 

 

 


Anlage:

Schreiben Heimatverein Liesborn e.V. vom 12.04.2015