06.07.2020

Eichenprozessionsspinner auf Gemeindegebiet

Der Eichenprozessionsspinner (kurz EPS) hat sich in den vergangenen Jahren zu einem echten Problem entwickelt. Der einheimische und wärmeliebende Schmetterling wird zu einem gesundheitlichen Risiko für Mensch und Tier.

Aber nicht der Schmetterling bereitet Sorge, sondern deren Raupen. Ab ca. Anfang April, zu Beginn der Vegetationszeit, schlüpfen die Raupen und durchlaufen sechs Larvenstadien bis zur Verpuppung im Juni/Juli. Die Raupen sind stark behaart und ab dem dritten Larvenstadium werden die sogenannten Brennhaare entwickelt. Ab dem fünften Larvenstadium legen die Larven typische Gespinstnester am Stamm und in Astgabelungen an. Die Larven verlassen diese Gespinste in langen, mehrreihigen Prozessionen zur Nahrungsaufnahme, was zur Namensgebung Eichenprozessionsspinner geführt hat. In den Gespinsten erfolgt ab Mitte Juni die Verpuppung der Larven, was ca. drei bis sechs Wochen dauert. Nach dem Schlüpfen verbleiben die Brennhaare und der Raupenkot in den Gespinsten. Die Brennhaare verlieren ihre allergische Wirkung leider nicht und so bleibt die Kontaktgefahr über einen längeren Zeitraum erhalten.

Auf Gemeindegebiet werden im Moment, mit Unterstützung eines professionellen Schädlingsbekämpfungsbetriebes, vorhandene Nester fachgerecht entfernt. Hierbei liegt der Schwerpunkt der Entfernung auf sensiblen Bereichen wie Schulen, KiTa´s und Spielplätzen.

Bei privaten Grundstücken sind grundsätzlich die Eigentümer verantwortlich. Die Gemeindeverwaltung hilft aber auch hier gerne mit Tipps und Hinweisen zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners weiter. Sie können sich bei Michel Wiemann Tel.: 02523 / 950 1497 oder E-Mail: michel.wiemann@wadersloh.de melden.

Eine alternative Bekämpfungsmethode ist mittels Meisen möglich, die die Larven fressen. Im Gemeindegebiet wurden 180 Meisennistkäste und Meisenknödel aufgehangen. Die Nistkästen hängen im Innenbereich des Gemeindegebietes z.B. an Sport-, Spielplätzen sowie an Schulen und größeren Grünanlagen. Im Außenbereich hängen die Nistkästen an größeren Eichenbaumreihen/ Eichenbaumalleen ca. alle 20 Bäume, je nach Standort und Habitatstruktur.

Die Raupen und Nester dürfen auf keinen Fall berührt werden. Falls Sie die Vermutung haben mit den Larven oder Gespinsten in Kontakt gekommen zu sein, können die folgenden Maßnahmen helfen

  • Im Freien (!) umgehend die Kleidung wechseln

  • Die Schuhe nass reinigen

  • Die betroffene Kleidung bei mindestens 60 Grad waschen

  • Sichtbare Raupenhaare mit einem Klebstreifen entfernen

  • Gründliches Duschen mit Haare waschen und Spülung der Augen mit Wasser (nicht reiben!)

  • bei Hautausschlag den Hausarzt kontaktieren

  • bei Atemnot umgehend den Rettungsdienst alarmieren

  • bei Augenrötung mit Fremdkörpergefühl, starken Schmerzen, Jucken und Tränen dringend zum Augenarzt gehen!

     

Auch für Tiere sind die Brennhaare gefährlich und direkter Kontakt vermieden werden. Falls es zu einem Kontakt gekommen ist, wenden Sie sich bei akuten Symptomen an einen Tierarzt.

Weiter Informationen über den Eichenprozessionsspinner und zur Bekämpfung finden Sie in der Broschüre über den Eichenprozessionsspinner vom Umwelt Bundesamt über folgenden Link:

https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/eichenprozessionsspinner